Nachtrag (Rezension)zum Konzert:

Eine eindringliche Einstimmung auf die Passionszeit


Von Alexander Hauer

Während die Welt zwischen Krisen, Konflikten und permanenter Überforderung taumelt, stellt sich selten die Frage, was uns wirklich innehalten lässt. Das Ensemble ChoRaLis hat genau darauf eine künstlerische Antwort gegeben – leise, eindringlich und von großer Wucht. Am Freitag, den 28. März 2026, wurde die Kirche St. Bernhard kurz vor der Karwoche zu einem Raum, in dem Gegenwart und Besinnung auf ungewöhnliche Weise aufeinandertrafen.

Was das Publikum erlebte, war weit mehr als ein Konzert – es war ein klanglicher Erfahrungsraum zwischen Reflexion, Spiritualität und zeitgenössischem Ausdruck.

Ausgehend von den „Sieben letzten Worten unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn entwickelte das Ensemble eine eigenständige, vielschichtige Komposition. In sieben Sätzen verband ChoRaLis Instrumentalmusik mit gesprochenen Texten und schuf so eine moderne, zugängliche Klangsprache, die Tradition und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verknüpfte.

Die musikalische Reise führte das Publikum durch unterschiedliche Klangwelten: Meditative Passagen wechselten sich mit rhythmisch geprägten, von Jazz, Rock und Pop inspirierten Elementen ab. Dabei entstand eine faszinierende Balance zwischen innerer Einkehr und musikalischer Weite, die die spirituelle Dimension des Abends stets spürbar machte.

Herausragend war das fein abgestimmte Zusammenspiel der drei Musiker: Karsten Klinker an der Orgel, Erich A. Radke an E-Piano und Flamenco-Gitarre sowie Gerhard Koch-Dankow an E-Gitarre und Nyckelharpa. Jeder für sich überzeugte durch Ausdruckskraft und Virtuosität – gemeinsam entwickelten sie jedoch eine besondere klangliche Dichte und Sensibilität.

Die von Ensembleleiter Erich A. Radke gesprochenen Texte zwischen den Sätzen gaben zusätzliche Impulse, öffneten Denk- und Deutungsräume und verbanden die musikalischen Teile zu einem schlüssigen Gesamterlebnis.

Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt und dankte den Künstlern nach gut anderthalb Stunden mit langanhaltendem, herzlichem Applaus. Wie treffend ein Besucher am Ende bemerkte:

„Eine perfekte Einstimmung in die Passionszeit – sehr lohnenswert!

Viele verließen den Raum sichtlich bewegt – bereichert durch ein Konzerterlebnis, das sowohl emotional berührte als auch zum Nachdenken anregte.

Fazit: Sehr lohnenswert.

ChoRaLis ist mit diesem Programm eine eindrucksvolle und zeitgemäße Annäherung an ein klassisches Thema gelungen. Ein Konzert, das nachwirkt – und das Vorfreude auf weitere Projekte dieses Ensembles weckt.





UNTERRICHT
Unterricht

Finden Sie hier
Anbieter für qualifizierten Musikunterricht.


Aktuelles

Drei Projekte für den Impulspreis nominiert

mehr:




ChoRalis präsentiert Surch Church 4 Music
in Würzburg

mehr:




Neue Musik für alle in Oldenburg

mehr: