Neue Musikzeitung
Ausgabe März 2016

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Komponist, Textschreiber, Choreograph und Maler Martin-Aike Almstedt

Göttingen. In der Februarausgabe berichteten wir über eine Ausstellung zum Lebenswerk von Martin-Aike Almstedt. Hier nun die Fortsetzung dazu:

Neben der umfangreichen CD-Werkausstellung (37 CDs) gab es mehrere DVD-Filme, die Almstedt beim Konzertieren mit abendfüllenden Programmen zeigen, eine DVD mit der Kammeroper „Eisbruch – Herzrot“, die im Hamburger Staatstheater zur Aufführung kam, ferner MDR-Fernsehproduktionen mit Almstedts Intermedialwerken „Die Schöpfung – Teil 1“, „Die Schöpfung – Teil2“ und „Zorn Gottes“, wobei er nicht nur als Komponist, Textschreiber, Choreograph, sondern auch als Maler zweier 30 Quadratmeter großen - mit 70 Scheinwerfern von hinten unterschiedlich zu beleuchtenden - Bühnenbild-Transparente in Erscheinung trat.
An den Seitenwänden waren große Gemäldereproduktionen von Almstedt zu sehen, die rotierend ausgetauscht wurden, so dass insgesamt über 20 große Bilder zu betrachten waren. Entsprechend wurden großformatige Bühnenphotos mit Szenen aus Almstedts Intermedialwerken gezeigt, die anlässlich der Weltausstellung Expo 2000 (Hannover) zur Aufführung kamen.
Auf Wunsch wurden CD-Passagen vorgespielt, und Fragen hierzu führten zu weiteren Gesprächen. So entspannen sich mehrfach tiefgreifende Dialoge zur Musik und Tätigkeit als Schriftsteller, in denen es um die Verbindungen zwischen Biographie, Mensch und Werk ging.
Die Besucher dankten herzlich.
◾ Hartmut Büscher (hb)

Martin-Aike Almstedt vor frühen Konzertphotos

Partituren und CDs von M.A. Almstedt - Fotos: Thomas Körber



Komponieren im Dialog - der Arbeitskreis Tonsatz

Vorstellen neuer Kompositionen

Hannover. Vor vier Jahren hat der Musiktheoretiker Ulrich Roscher in Hannover einen Arbeitskreis Tonsatz für interessierte Musiker gegründet. Ziel der von ihm geleiteten jeweils einmal im Monat stattfindenden Arbeitskreissitzungen ist das Vorstellen bestimmter Kompositionstechniken bzw. satztechnischer Details sowie das Formulieren dazu passender Gestaltungs- bzw. Kompositionsaufgaben. Die so entstandenen z.T. fragmentarischen Musikstücke werden im Rahmen der Arbeitskreissitzungen gegenseitig vorgespielt und im gemeinsamen Gespräch weiterentwickelt. In den vergangenen Jahren gab es ein breites Spektrum verschiedener Schwerpunktthemen, die jeweils etwa ein halbes Jahr lang behandelt worden sind. Dazu gehörten u.a.: Merkmale klassischer Melodiebildung oder poppiger Schlagzeuggrooves; Kompositionsprinzipien wie Zentralklangtechnik nach Skrijabin oder Kompositionstechniken in verschiedenen Stilen wie z.B. bei der Minimal music, oder bei Präludien aus der Barockzeit. Ausgehend von diesen Tonsatzübungen aber auch darüber hinausgehend sind bei einigen TeilnehmerInnen im Lauf der Zeit vollständige Kompositionen entstanden, die im November 2015 im Rahmen einer Musizierstunde im Gemeindesaal der Pauluskirche in Hannover vorgestellt worden sind.
Das Programm war sehr vielseitig: Traditioneller Gesang, das instrumentale Spiel auf dem Klavier, auf der Kirchenorgel sowie auf einer bolivianischen Quena-Flöte korrespondierten mit vorweihnachtlichem Wohlklang, schroffen Dissonanzen, experimentellen Zwölftonspielen und ungewohnten Geräuschen. Es waren sowohl solistische Kompositionen für Klavier von Stephan Pfannkuchen (Niklas Song; Grimasse; Spannungen) und Jörn Eichler (Zentralklangprelude 1 und 2; Melancholische Arpeggien) sowie für Orgel von Ulrich Roscher (Choralvorspiel: So nimm denn meine Hände), Stephan Pfannkuchen (Orgelchoral: Nun lob meine Seele den Herren) und Jörn Eichler (Motettischer Satz: Nun lob meine Seele den Herren) als auch Kompositionen für gemischtes Ensemble zu hören, wie z.B. der Zyklus: Dorthin - fünf musikalische Situationen für Sing und Sprechstimme, Singstimme und Klavier, Flöte bzw. drei Flaschen von Holger Kirleis; Make Five von Ulrich Roscher für Flöte und Klavier oder auch Aymaya für Quena-Flöte und Klavier von Raul Beltran. Selbst für gemischten Chor gab es verschiedene vierstimmige Sätze, so z.B. den vierstimmigen Kanon: Ich stehe in Waldesschatten von Helge Martensen oder eine vierstimmige Fassung von Leise rieselt der Schnee von Karin Martensen. Insgesamt also ein breit gefächertes Spektrum von unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksebenen.
Das vielseitige, immer kurzweilig anmutende Programm dieser Musizierstunde hat sehr eindrucksvoll aufgezeigt, dass sich der fachliche Austausch innerhalb des Arbeitskreises sehr produktiv ausgewirkt hat. Das gemeinsame Suchen nach kompositorischen Lösungen und der ständige Dialog innerhalb der Gruppe führen zu den individuellen Erfolgserlebnissen beim Komponieren. Ein sehr nachahmenswertes Projekt!
Der nächste Termin des Arbeitskreises ist am Donnerstag, 10.3.16, im Gemeindehaus der Pauluskirche in Hannover, Meterstr. 37. Ein Kontakt kann über den Leiter des Arbeitskreises: Ulrich Roscher (Festnetz: 0511.9805794) hergestellt werden.
◾ Günther Adler (adg)



Workshop "Auftrittstraining zur Vorbereitung auf Jugend musiziert"

Christoph Huber, Schauspieler und Theaterpädagoge ergänzt Angebot

Göttingen. Die Erkenntnis, daß zur erfolgreichen Vorbereitung von Konzerten, Vorspielen und Wettbewerben nicht nur tägliches Üben am Instrument vonnöten ist, sondern auch Arbeit an innerer Einstellung und Haltung, bzw. am gesamten Körper eines Musikers erforderlich ist, hat sich bei vielen professionellen Musikern durchgesetzt. Durch das Auftreten spezieller Berufserkrankungen bei Musikern wurden in den letzten Jahrzehnten musikmedizinische Institute an Musikhochschulen angegliedert und es wurden Zusatzangebote wie Feldenkrais-, Yoga- , Tai-Chi- und Alexandertechnikseminare an Musikhochschulen geschaffen. Zudem hat sich ein Markt aus Anbietern professioneller Probespielcoachings im Internet, in Musikforen und Musikzeitungen gebildet.
Für Jugendliche, die sich auf dem Weg zur professionellen Musikerlaufbahn befinden, gibt es allerdings bislang kaum Angebote. Um diese Lücke zu füllen, hat der Bezirksverband des DTKV Göttingen Anfang Januar 2016 erstmalig einen Workshop "Auftrittstraining" zur Vorbereitung auf den Wettbewerb "Jugend musiziert" organisiert. Durchgeführt hat ihn Christoph Huber, Schauspieler, Theaterpädagoge und Gründer der Theatergruppe " Stille Hunde" mit 13 jungen Instrumentalisten. In dem dreistündigen Workshop lernten die jungen Musiker nicht nur Atem-, Stimm- und Körperübungen kennen, sondern nahmen auch in kurzen Spielsequenzen abwechselnd die Rollen als Juror oder Wettbewerbsteilnehmer ein. Dabei wurde ein offener und selbstbewusster Umgang mit der Situation des Wertens und bewertet werdens spielerisch erprobt.
Ein Gemeinschaftsgefühl der im Wettbewerb gegeneinander antretenden Jugendlichen wurde gestärkt, die zum Teil ganz unterschiedlichen inneren Einstellungen der einzelnen Teilnehmer wurden diskutiert und ein entspannterer Umgang mit der Vorspielsituation erzielt. In einer abschließenden Informationsrunde für interessierte Eltern und Lehrer erläuterte Christoph Huber noch einmal den Inhalte und Ablauf des Workshops. Eine Fortsetzung des Workshops, bzw. ein zusätzliches Angebot speziell für Instrumentallehrer ist geplant.
◾ Julia Bartha (jb)




Vorschau März 2016

Uraufführungen von Dietrich Wimmer

Diepholz. Am Montag, 14. März 2016, um 17 Uhr, wird das Querflötenorchester der Kreismusikschule des Landkreises Diepholz „NEUSILBER“ die Uraufführung zweier dem Diepholzer Querflötenorchester zugeeigneten Werke von Dietrich Wimmer (Jahrgang 1959) zu Gehör bringen. Die dreisätzige „Serenade Nr.1 für Querflötenorchester und Ogel“ und „Uccelli della Primavera“ in fünf Sätzen, für die gleiche Besetzung. In den Kompositionen verschmelzen Orgelklang und reiche Akustik mit den spezifischen hellen Farben der Querflöten; reinste Kirchenmusik, abseits liturgischer Handlung. Der Bruchhausen-Vilser Komponist Wimmer übernimmt selbst den Orgelpart.
◾ gs

Lehrerkonzert

Oldenburg. Im 'Alten Gymnasium Oldenburg' beginnt am Sonntag, 6.März 2016, um 17 Uhr, ein Lehrerkonzert. Auf dem Programm steht Kammermusik von Ludwig van Beethoven und Astor Piazolla für Violine, Violoncello und Klavier, sowie auch Klavierwerke von Christoph. J. Keller und dem ungarischen Komponisten Lajos Papp (Jahrgang 1948).
◾ gs




Wir begrüßen als neue Mitglieder:

Im Bezirk Göttingen: Matthias Herzig, Göttingen.
Bezirk Hannover/Celle: Fabian Wankmüller und Anna Bürk, beide Hannover; Alicja Heimbrecht, Hildesheim
Bezirk Osnabrück/Emsland: Leonardo Grani, Reiner Barth und Paul Dictus, alle Osnabrück.
Bezirk Niedersachsen Nord/West: Dirk Ellée, Leer.
Bezirk Lüneburg: Maria Eccarius, Bardowick; Julia Henning, Lüneburg
Wir wünschen eine erfolgreiche Tätigkeit sowie eine angenehme Zusammenarbeit im Berufsverband.
◾ gs




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Braunschweiger
Klavierpodium

Seminar für Pädagoginnen/Pädagogen,
Studierende und Schüler*innen „Duo Violine und Klavier“
Samstag, 31. Oktober 2020

muss leider abgesagt werden;
wird auf unbestimmte Zeit verschoben!